Aschaffenburg

Kläranlage Aschaffenburg - Vorwort

 

 

Oberbürgermeister Klaus Herzog

Mit Beginn der planmäßigen Entwässerung bewohnter Gebiete entstand auch bald die Forderung nach Reinigung der gesammelten Abwässer. Die Abwasserreinigungstechnik, zunächst noch aus Absetzbecken bestehend, entwickelte sich mehr und mehr zur technisch aufwendigen Großeirnrichtung.

Die heutige Abwasserreinigung besteht neben der Absetztechnik, mechanische Reinigung genannt, aus der biologischen und chemischen Reinigung sowie der Schlammausfaulung und
entwässerung. Die Reinigung ist so komplex, das Rechner zur Steuerung der Abwasserbehandlung notwendig sind.



In den 20er Jahren wurde im Hafen an der Limesstraße eine Kläranlage errichtet.

1963 wurde mit dem Neubau des Klärwerks
Aschaffenburg am heutigen Standort in der
Mörswiesenstr. 51 die Kläranlage im Hafen auf-
gelassen und später abgebrochen.

Schön Anfang der 70er Jahre begannen die ersten Erweiterungsarbeiten. Die bis dahin aus Rechen, Sandfang und Vorklärbecken bestehende Anlage wurde um 2 weitere Vorklärbecken und die biologische Reinigungsstufe mit Nachklärbecken erweitert. Die Schlammbehandlung wurde zum Abschluss dieser Erweiterungsarbeiten 1978 in Betrieb genommen.

Ende der 80er Jahre wurden aufgrund höherer Änforderungen an die Reinigungsleistung Erweiterungsarbeiten notwendig, die zur Vergrößerung der biologischen Reinigungsstufe mit anschließender chemischer Fällung führten.

Dieses Heft will Ihnen einen kleinen Überblick geben. Kurze Funktionsbeschreibung stellen die aufwendige Reinigungstechnik vor. Für technisch versierte Leser sind detailliertere Informationen enthalten.
Für weitere Informationen stehen Ihnen die Mitarbeiter des Klärwerks gerne zur Verfügung.

Aschaffenburg, im Oktober 2000


Klaus Herzog
Oberbürgermeister

Die Steuerung der Anlage, die Störungsmeldung und Protokollierung sowie die Umkleide- und Aufenthaltsräume der Mitarbeiter sind im Betriebsgebäude untergebracht.
Die gesamte Anlage wird über einen Prozessleitrechner, an dem 5 SPS-Unterstationen angeschlossen sind, gesteuert. Hier werden alle anfallenden Mess- und Prozessdaten gespeichert und weiterverarbeitet. Bei einem Ausfall der Anlage können die 5 SPS-Unterstationen selbständig mit einem Unterprogramm weiterarbeiten. Fallen zentrale Funktionsbausteine, wie Pumpen oder Motoren aus, so wird über das Prozessleitsystem Alarm ausgelöst. In den Stunden, in denen das Klärwerk personell nicht besetzt ist, wird die Störung über City-Ruf an die Störungsbereitschaft gemeldet, die dann für die Beseitigung der Störung verantwortlich ist. Für die Mitarbeiter des Klärwerks gelten besondere hygienische Anforderungen. Zu diesem Zweck stehen den Mitarbeitern sogenannte Schwarz- und Weißräume zur Verfügung, in denen die Arbeitskleidung gegen die Straßenkleidung und umgekehrt gewechselt werden kann. Arbeitskleidung wird in den bereitstehenden Waschmaschinen gewaschen. Sie darf aus hygienischen Gründen nicht mit nach Hause genommen werden.
Betriebsgebäude
Technik:

Rechner zur zentralen Erfassung aller überwachungs- und steuerungsrelevanten Daten (UNIX)
Blindschaltbild Klärwerk
Blindschaltbild für die technischen Einrichtungen des Kanalnetzes
Das Abwasser aus dem Stadtgebiet Aschaffenburg und den Gemeinden Glattbach, Goldbach, Hösbach und Haibach fließt über die Abwasser-
Sammler Damm", ,,Mitte" und linksmanischer Sammler" dem Klärwerk zu. Im Einlaufbauwerk treffen diese Sammler zusammen.

Über einen Plattenschieber wird die dem Klärwerk zufließende Abwassermenge auf 1.160 Liter pro Sekunde begrenzt. Größere Abwasser-Mengen werden über eine Überfallkante den Rückhaltebecken bzw. dem Main zugeführt.

Die zufließenden Abwässer werden nach Trockenwetterzufluss und Regenwetterzufluss unterteilt. Die Abwassermengen bei Trockenwetterzufluss liegen zwischen 20.000 und 30.000 Kubikmeter pro Tag. Bei Regenwetter kann der Zufluss über 70.000 Kubikmeter pro Tag befragen.

Einlaufbauwerk
Rechen
Im Abwasser sind neben den gelösten Stoffen störende feste Stoffe enthalten, die vor der eigentlichen Abwasserreinigung entfernt werden müssen. Dazu werden 2 Trommelrechen eingesetzt. Die Trommeln bestehen aus Stahlstäben, die in einem Abstand von 10 Millimeter angebracht sind. Durch diese Trommeln fließt das Abwasser. Sind im Abwasser feste Teile, die größer als 10 Millimeter sind, so werden sie von den Stäben zurückgehalten.
Der Rechen verstopft immer mehr und führt damit zum Ansteigen des Wasserstandes vor dem Rechen. Ist eine bestimmte Höhe erreicht, wird ein Kamm in Bewegung gesetzt, der die von den Stäben festgehaltenen Feststoffe entfernt und auf eine Transportschnecke wirft.
Die Transportschnecke transportiert das Rechen-gut langsam hoch zu einer weiteren Transportschnecke (Querschnecke).
Auf dem Weg dorthin wird das Rechengut mehrmals gewaschen. Die Querschnecke transportiert das Rechengut schließlich in einen Container. Das Rechengut wird zur Verwertung zu einer Kompostieranlage gefahren.
Technik:
2 Trommelrechen mit Stababstand 10 mm mit angebauter Transportschnecke, Steuerung über Niveauregelung, Reinigung nach Bedarf
2 Transportschnecken als Querförderschnecken, am Ende beheizt
1 Druckerhöhungsanlage für das aus dem Ablauf der
Kläranlage bereitgestellte Spülwasser.
Bei Zuflüssen. über 600 Liter sind beide Rechen im
Dauerbetrieb
Sandfang
Technik:
2 Tauchmotorpumpen mit je 16 m3/h Förderleistung

1 Sandwäscher

2 Verdichter (Lufteintrag ca. 6 Nm3/min)


Über Straßeneinläufe gelangt Sand in die Kanalisation. Damit dieser Sand den weiteren Verlauf der Abwasserreinigung nicht stören kann, wird er im Sandfang entfernt. Dazu wird die Fließgeschwindigkeit des zufließenden Abwassers soweit verringert, das die Sandkörner zu Boden sinken können.

Dieser Vorgang wird durch einströmende Luft, die zu einer Walzenbewegung quer zur Fließrichtung führt, verstärkt. Zugleich werden mit dem Lufteintrag ungelöste Fette an die Wasseroberfläche getrieben.

Der am Baden liegende Sand wird mittels Sandförderpumpen in eine Rinne gepumpt. Diese Rinne führt zu einem Sandwäscher, in dem der Sand von anhaftenden, organischen Bestandteilen gereinigt wird. Der gereinigte Sand wird mittels einer Schnecke in Container befördert und wiederverwertet. Das Spülwasser wird dem Sandfang wieder zugeführt.

Vorklärbecken
Technik:
2 Becken mit je 1.375 m3 Volumen, Baujahr 1963
2 Absperrschieber für Handbetrieb (Schwimmschlammabzug>
4 Absperrschieber elektrisch betrieben
1 Räumerbrücke mit Räumschildern hydraulisch höhenverstellbar und elektrischem Antrieb
1 Schlammpumpe
Das der Vorreinigung zufließende Abwasser wird auf zwei gleich große Becken verteilt. Durch die Größe der Becken wird die Fließgeschwindigkeit stark verringert. Dadurch können sich die im Abwasser befindenden Schlammpartikel am Boden absetzen, wo sie mit Hilfe der an der Räumerbrücke befindlichen Schlammschilde in den am vorderen Teil der Becken befindlichen Schlammtrichter geschoben werden.
Durch öffnen eines Absperrschiebers kann der im Schlammtrichter befindliche Schlamm in den Pumpensumpf befördert werden, von wo aus der Schlamm in den Faulturm gepumpt wird.
Regenrückhaltebecken
Technik:
2 Becken mit je 1.000 m3 Volumen
2 Tauchmotorpumpen mit je 130 m3/h Förderleistung
4 Strahlreiniger (Wirbeljets) mit je 170 m3/h Wirbelleistung
Das über die Überlaufschwelle im Einlaufbauwerk abfließende Abwasser wird zwei Regenrückhaltebecken zugeleitet. Sobald die Speicherkapazität der Rückhaltebecken erreicht bzw. überschritten wird, fließt das "vorgereinigte" Abwasser über eine Überlaufschwelle dem Main zu.

Nach dem Ende des Regenereignisses und zurückgegangenen Abwassermengen am Zulauf zum Klärwerk wird das gespeicherte Abwasser zum Zulauf zurückgepumpt und im Klärwerk gereinigt. Die im Rückhaltebecken abgelagerten Feststoffe werden mit Wirbeljets unter Zuführung von Luft aufgewirbelt, in Schwebe gebracht und so über die Tauchpumpen aus dem Becken entfernt.

Denitrifikation
Technik:
16 Tauchmotorrührwerke mit je 2 KWh Leistung
Das im Laufe des Reinigungsprozesses in der Nitrifikation gebildete Nitrat wird zusammen mit dem aus der Vorreinigung abfließenden Abwasser der Denitrifikation zugeführt. Hier nehmen die Mikroorganismen. die mit dem aus der Nitrifikation abfließendem ,,Nitratwasser" zugeführt werden, den organischen Kohlenstoff aus dem Abwasser der Vorreinigung auf. Damit sie diesen verwerten können, benötigen sie Sauerstoff, den sie sich aus dem Nitrat entziehen. Der dabei frei werdende Stickstoff entweicht an die Luft
Zwischenhebewerk

Technik:

6 Tauchmotorpumpen mit je 2.340 m³/h Förderleistung

Das Wasserniveau im Klärwerk liegt teilweise unterhalb des Mainniveaus. Um den freien Abfluss des gereinigten Abwassers zu gewährleisten. muss das Abwasser gehoben werden. Im Zwischenhebewerk wird das aus der Denitrifikation abfließende Abwasser angehoben und dann im freien Ablauf der Nitrifikation zugeführt.

Das Zwischenhebewerk muss neben dem Abwasser, welches dem Klärwerk zufließt, auch die Mengen aus der Rücklaufschlammführung und das nitratbelastete Abwasser aus der Nitrifikation pumpen. Dem entsprechend sind hier 6 große Pumpen eingebaut

Hochwasserpumpwerk

Technik:

3 Rohrgehäusepumpen mit je 3.600 m³/h Fördewrleistung

4 elektromotorisch betriebene Plattenschieber

Das Niveau des Klärwerks liegt nur wenig über dem Normalwasserspiegel des Mains. Aus diesem Grunde musste am Ablauf des Klärwerks in den Main ein Hochwasserpumpwerk errichtet werden. Das Gebäude beherbergt neben den 3 Hochwasserpumpen, das Zwischenhebewerk, die Auslaufmessung und die dazugehörigen Steuerungen.

Im Hochwasserfall werden die Hochwasserpumpen durch Umstellen von 4 Schiebern in Betrieb genommen. Im Regelbetrieb sind die Schieber Nr. 1 und 3 geschlossen und Schieber 2 und 4 geöffnet. Bei Hochwasser ist es umgekehrt. Die Hochwasserpumpen befördern dann nicht nur das aus der Kläranlage abfließende gereinigte Abwasser, sondern auch das über die Überlaufschwelle am Einlaufbauwerk abfließende Abwasser in den Main.

Nitrifikation

Technik:

2 x 5 Becken mit je 3 Kaskarden zur Belüftung

Gesamtvolumen beider Bechen 17.000 m³

Das aus der Denitrifikation über das Zwischenhebewerk der Nitrifikation zufließende Abwasser enthält viel Ammonium (NH4)/Ammoniak(NH3). Da den Mikroorganismen andere Energiequellen nicht zur Verfügung stehen, wird Ammonium bzw. Ammoniak zu Nitrat (NO3) oxidiert. Die Oxidation kann jedoch nur durchgeführt werden, wenn ausreichend Sauerstoff zur Verfügung steht. Dieser Sauerstoff wird in Form von Umgebungsluft in die Nitrifikationsbecken eingeblasen. Den bei der Oxidation erzielten Energiegewinn benötigen die Mikroorganismen zum Aufbau der eigenen Zellen.
Verteilerbauwerk

Technik:

4 Tauchmotorpropellerpumpen mit je 2.700 m³/h

Förderleistung

Das aus der Nitrifikation abfließende Schlamm Wassergemisch muß auf vier Rundbecken verteilt werden. Damit die Verteilung möglichst gleichmäßig erfolgt, wurde ein Verteilerbauwerk gebaut. Das in das Verteilerbauwerk einfließende Schlamm-Wassergemisch wird mittels Rohrschachtpropellerpumpen nach oben gedrückt. Dabei wird der Wasserstand soweit angehoben, dass nun das Schlamm-Wassergemisch über eine Überlaufkante den Rundbecken zufließen kann.

Da alle vier Überlaufkanten auf gleiche Höhe über NN eingestellt wurden und keine starken Verwirbelungen an der Oberfläche auftreten, ist gewährleistet, dass alle vier Becken gleichmäßig belastet werden. Die Steuerung der Pumpen erfolgt über Frequenzumrichter, die ein kontinuierliches rauf- und runterfahren der Pumpenleistung ermöglichen.

Nachklärbecken

Technik:

4 Becken mit einem Durchmesser von je 40 m. Volumen: 4.410 m³je Becken

Aufenthaltsdauer bei max. Trockenwetterzufluß: 7,65 Stunden und bei max Regenwetterzufluß: 4,22 Stunden

Das aus dem Verteilerbauwerk abfließende Schlamm-Wassergemisch wird in der Mitte der runden Nachklärbecken eingeleitet Die Fließrichtung dieses Schlamm-Wassergemisches ist von innen nach außen.

Da die Fließgeschwindigkeit sehr gering ist, kann
sich der Schlamm vom Wasser trennen und am
Boden absetzen. Das Wasser fließt über eine
Überlaufkante am Rande des Beckens ab.

Der sich am Boden absetzende Schlamm wird mittels einem am Räumer befestigten Saugräumers (Prinzip eines Hebers) in eine Ablaufrinne in der Mitte des Beckens befördert und von dort als Rücklaufschlamm der Denitrifikation zugeleitet Überschüssiger Schlamm wird über Zentrifugen den Faulbehältern zugeführt.

Fällmittelstation
Technik:
In der FälImittelstation wird Natilumaluminat in mehreren Tanks bevorratet. Über eine Saugleitung wird das benötigte Natriumaluminat in einen Vorlagebehälter gehoben um von dort über Dosierpumpen in den Ablauf der Nitrifikation gepumpt zu werden.
Dem aus der Nitrifikation abfließenden SchlammWassergemisch wird Natnumaluminat zugesetzt. Das Natnumaluminat reagiert mit dem noch im Wasser enthaltenen Phosphat und bildet mit diesem eine Schlammflocke.
Diese Fällmittelzugabe bildet neben der mechanischen und der biologischen Reinigung die dritte Stufe der Abwasserreinigung, die auch als chemische Reinigung bezeichnet wird.
Nacheindicker

Technik:

2 Rundbehälter mit je 700 m³

Die beiden Rundbehälter nehmen den aus den Faulbehältern abfließenden ausgefaulten Schlamm auf. Hier kann sich der Schlamm abkühlen. Zugleich wird mit einem Krälwerk bzw. einer Tauchmotorpropellerpumpe der Schlamm umgewälzt. Die Umwälzung, die nach einer gewissen Zeit abgeschaltet wird, bewirkt eine bessere Trennung zwischen Schlamm und Wasser. Das oben anstehende Wasser wird mittels einer beweglichen Pumpe abgepumpt und der Vorreinigung zugeführt. Der eingedickte Schlamm wird den Vorlagebehältern in der Schlammentwässerung zugeführt.
Schlammentwässerung

Technik:

2 Kammerfilterpresse mit je 120 Platten

2 Zentrifugen mit einer Leistung von je 30 m³ Schlamm/h

Der aus den Nacheindickem abgezogene Schlamm wird in Vorlagebehälter gepumpt. Von hier aus wird der Schlamm während eines Pressvorgangs kontinuierlich mittels Hochdruckpumpen in die Kammerfilterpressen gedrückt. Dabei wird ein Flockungshilfsmittel zugegeben, dass auf der einen Seite wasserabstoßend ist. Dieses Flockungshilfsmittel verbindet sich mit dem Schlamm und sorgt dafür, dass das Wasser abgehalten und die Schlammflocke größer wird.
Die Platten der Kammerfilterpresse, die mit Filter-tüchern bespannt sind, werden fest zusammen-gedrückt. Im Inneren der zusammengepressten Platten befindet sich ein Hohlraum indem der mit Polymer vermischte Schlamm unter hohem Druck gedrückt wird. Das Wasser kann über die Filter-tücher in dahinterliegende Abflussrohre entweichen. Zurück bleibt der ausgepresste Schlamm.

Beim Öffnen der Kammerfilterpresse werden die
Platten auseinandergedrückt.
Der gepresste Schlamm fällt nach unten in den
Trogkettenförderer mit dem der Schlamm zu den
außen stehenden Containern transportiert wird.

Werkstätten und Laborgebäude

Technik:
Schlosserei: Drehbank
- Schweißplatz mit Autogen- und
Edelstahlschweißgerät
Werkbänke
Elektrowerkstatt: Elektrogeräteprüfplatz
Spezialgeräte zur Programmierung
der Steuerungen~
Labor: Photometer
Ihermoschränke
Handmeßgeräte


Wo viel Technik ist, gibt es auch immer etwas
zu reparieren. Dazu gibt es eine Schlosserei und
eine Elektrowerkstatt, in denen so gut wie alle
Reparaturen durchgeführt werden können.
Im Obergeschoß dieses Gebäudes befindet sich
das Labor.
Das Klärwerk wird in seiner Funktion und der
Reinigungsleistung vom Wasserwirtschaftsamt
(WWA) Aschaffenburg und dem Landesamt für
Wasserwirtschaft (11W) in München überwacht.
Diese Behörden erscheinen unangemeldet auf
dem Klärwerk und überprüfen den Kläranlagen-
ablauf. Dabei werden Proben entnommen und
im Labor des WWA Aschaffenburg bzw. im
WWA-Zentrallabor in Schweinfurt untersucht
Damit wir über unsere Reinigungsleistung infor-
miert sind, werden im Labor täglich die Kenn-
werte der Abwasserreinigung vom Zulauf bis
zum Ablauf untersucht. Daneben werden im
Ablauf sogenannte Online-Meßgeräte betrieben,
mit denen wir lückenlos die Ablaufwerte doku-
mentieren können.

Das Laborpersonal wird von einem staatlich aner-
kannten Labor fremdüberwacht. Zudem führt das
Laborpersonal wöchentliche Standardmessurigen
durch, die der eigenen Analysesicherheit dienen.

Maschienenhaus
Technik:
2 Gasmodule (BHKW's) mit je 272 KW elektrische
Leistung
1 Dieselmodul mit 320 KW elektrische Leistung
4 Turboverdichter mit einer Verdichterleistung von je
9.500 m3Luft/h
Der Abwasserreinigungsprozeß ist sehr energieintensiv. Die Steuerung der Energiezufuhr wird über das Maschinenhaus gewährleistet. Für das bei der Ausfaulung des Schlamms entstandene Methangas stehen hier zwei Gasmotoren zur Verfügung, die Strom für den Betrieb des Klärwerks erzeugen und deren Abwärme zur Beheizung der Faultürme genutzt wird.
Sind beide Gasmotoren in Betrieb, können sie den Strombedarf des Klärwerks abdecken.
Die Gasmotoren können nur solange betrieben werden, wie Methangas zur Verfügung steht. Das sind ca.12 Stunden täglich.
Den Rest der Zeit muss Strom vom Energieversorger bezogen werden.

Neben den Gasmotoren wird für den Notbetrieb ein Dieselaggregat vorgehalten. Werden alle drei Motoren gleichzeitig betrieben, so wird Strom in das Netz des Energieversorgers abgegeben. Im Maschinenhaus sind neben diesen Aggregaten auch die vier Turboverdichter installiert, die die Umgebungsluft ansaugen, komprimieren und in die Nitrifikationsbecken einblasen. Auch die Verdichter werden über die Schaltwarte im Maschinenhaus gesteuert.

Faultürme
Technik:
Faulraumvolumen 7.000 m3
(2 Faultürme mit je 1.500 m3, 1 Faulturm mit 4.000 m3)
Umwälzung mittels einer trocken aufgestellten
Umwälzpumpe mit einer Leistung von ca. 140 m3/h
Steuerung des Schlamms über 40 elektrisch betriebene
Schieber
Der aus der Vorreinigung abzupumpende Schlamm und der Überschussschlamm aus dem Rücklauf der Nachklärbecken werden in die Faultürme gepumpt. In den Faultürmen wird der Schlamm auf einer Temperatur zwischen 35°C und 37°C gehalten und ständig umgewälzt. Da es sich hier um einen sauerstofffreien Raum handelt, können hier auch nur bestimmte Mikroorganismengruppen leben. Diese Organismen zersetzen die organischen lnhaltsstoffe im Schlamm. Als Abfallprodukt entsteht Methangas und Kohlendioxid. Der Anteil an Methan ist so hoch, das eine Verwertung der anfallenden Gase in Gasmotoren zur Stromerzeugung und Abwärmenutzung möglich ist.

Nach einer Aufenthaltszeit von ca. 25 Tagen verläßt der ausgefaulte Schlamm die Faulbehälter und wird in Nacheindicker gepumpt.

Umweltberatung

Stadt Aschaffenburg

Umweltamt - Umweltecke -

Telefon: 06021 - 330 730

 

Weitere Informationen erhalten Sie an folgenden Stellen:

Stadt Ashaffenburg, Tiefbauamt, Klärwerk

Mörwiesenstraße 51

D - 63741 Aschaffenburg

Tel: 06021 - 330 64 26

Telefax: 06021 - 330 730

 

Impressum

Herausgeber

Stadt Aschaffenburg Tiefbauamt Klärwerk Mörwiesenstraße 51

D-63741 Aschaffenburg

Text / Grafiken/ Fotos (2,4,9) Klärwerk Aschaffenburg
Idee / Konzept Umweltplanung Bullermann Schneble GmbH, Darmstadt
Layout/Fotos J.Kruhne, Düsseldorf
Auflage 1. Auflage, Oktober 2000
   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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